TT :: Weichen für die Linie 6 nach Igls sind neu zu stellen

Die Tram mitten in Igls und der Dorfkern in eine Begegnungszone verwandelt: So sehen die Innsbrucker Grünen die Zukunft der Linie 6. Foto: Grüne

Nach der kritisierten Taktausdünnung der Tramlinie soll ab heute (24.1.2018) ein Workshop neue Betriebskonzepte erarbeiten. Grüner Dreipunkteplan steht.

Innsbruck – Massiv war der Aufschrei, als die Innsbrucker Verkehrsbetriebe mit dem letzten Wechsel 2017 den Fahrplan der Tramlinie 6 Richtung Igls ausdünnten. Auch mit dem Segen des Stadtsenates. Von der in der Bevölkerung sowie SPÖ und FPÖ befürchteten schleichenden Einstellung der Tramlinie wollten IVB und der Rest der Stadtkoalition (FI, ÖVP, Grüne) zwar nichts wissen, dass die schwache Auslastung der Linie aber die kritisierten Maßnahmen rechtfertige, wurde verteidigt. Zugleich wurde aber eine Arbeitsgruppe aus Politik, IVB und Verwaltung ins Leben gerufen, die sich mit neuen Betriebskonzepten für die „Igler“ beschäftigen soll. Heute findet der diesbezügliche Auftaktworkshop statt.

Dort wollen auch die Grünen ihr Zukunftskonzept für die Linie 6 einbringen. Und dieses steht im Widerspruch zu dem, was bis dato die für Verkehr zuständige grüne Vizebürgermeisterin Sonja Pitscheider vertreten hat. Sie argumentierte noch vor Monaten, dass die Igler Linie zwar eine touristische, aber eben keine Nahverkehrsfunktion erfüllen könne. Demgegenüber steht nun das dreistufige Ausbauprogramm, das Bürgermeisterkandidat Georg Willi und GR Thomas Carli in petto haben. „Mit Emotionen ist die Igler nicht zu erhalten. Sie ist in Top-Zustand, nur muss ihr Potenzial genutzt werden“, sagt Willi.

Als erste Stufe hierzu müsse der Bestand der Linie 6 optimiert werden. Dies soll durch eine Beschleunigung der Tram auf dieser Strecke und optimierten Ampelschaltungen erfolgen. Zudem soll die 6er in die Innenstadt geführt werden. Das hat auch die SPÖ bereits gefordert. Möglich wären laut Willi eine Verlängerung bis in die Anichstraße, oder zum Hauptbahnhof (gekoppelt mit der Stubai-­Linie), oder in Form einer Wiedereinbindung in die Linie 1. Die erste Stufe, so Willi, wäre noch mit überschaubaren Kosten verbunden.

Langfristig müsse dann aber auch Geld in die Hand genommen werden, verweisen die Grünen auf Stufe zwei. Dann nämlich soll die Tram in Igls um gut 400 Meter verlängert und damit in die Dorfmitte hereingeführt werden. „Die Bahn wäre so in Igls auch sichtbar“, sagt Carli. Eine Trassenführung sei auch trotz der beengten Verhältnisse möglich. Des Weiteren soll die Haltestelle Schönruh ausgebaut und als Hauptanbindung an das Schloss Ambras touristisch aufgewertet werden. Beim Romedihof soll eine neue Haltestelle als Anknüpfungspunkt an die Linie J entstehen. Optional sei eine Weiterführung in der Stadt bis zum Einkaufszentrum West oder dem Leipziger Platz anzudenken. All das soll eine Machbarkeitsstudie klären.

Stufe drei wäre gänzlich ferne Zukunftsmusik: ein Ausbau der Linie 6 samt Neutrassierung nach Aldrans, Lans und Sistrans.

Generell ortet Willi im derzeitigen Liniennetz der IVB noch ein „großes Verbesserungs­potenzial“.

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